Ein Gebet ist kein auswendig gelerntes Gedicht, welches man aufsagt. Beten muß man nicht lernen. Beten hat nichts mit Versen oder Reimen zu tun. Beten = mit Gott sprechen. Gott liebt Sie. Sprechen Sie mit ihm offen, ehrlich und ohne Angst.

Lieber Gott, kannst du mir bitte noch den Mercedes SLS AMG geben? Danke.

Am Anfang unserer spirituellen Entwicklung kommen wir zu Gott meist nur mit unserer Wunschliste (‚Mach bitte dies, mach bitte das. Ach ja, dann hätte ich noch gerne…‘). Das ist ok. Gott gibt gerne. Nicht immer das, was wir von ihm erbitten, weil es nicht immer gut für uns wäre. Und Gott hat auch seinen eigenen Zeitplan. Faustregel: Gott hilft selten zu früh, aber niemals zu spät.

Das Gespräch mit unserem besten Freund

Je mehr wir unsere Beziehung zu Gott ausbauen, desto mehr tritt in unserem Gebet mit ihm unser ‚Gib mir bitte‘ zurück. Mit unserem besten Freund, der meinetwegen ein prima Automechaniker ist, würden wir ja auch nicht nur ständig davon reden: ‚Bau mir neue Zündkerzen ein‘, ‚Ach ja, check bitte auch den Öldruck‘, ‚Und vergesse bitte nicht die Wasserpumpe, die macht so komische Geräusche‘, sondern wir besprechen mit unserem besten Freund alles. Unsere Wünsche, unsere Sorgen, unsere Ängste, unsere Hoffnungen, unsere Fragen, alles. So und noch viel mehr (immerhin sprechen wir mit dem Schöpfer von dem Ganzen hier) sollte auch unser Gespräch mit Gott sein.

Gott ist unser bester Freund. Er kennt uns besser als irgend jemand sonst; ja, Gott kennt uns sogar besser als wir selber uns kennen. Wir brauchen vor ihm nichts, absolut nichts zu verbergen. Gott weiß alles von uns; und Gott liebt uns ohne kleingedrucktes Aber.

Gott ist omnipräsent. Gott hat immer Zeit für uns

Unser Gebet mit Gott ist eine 24/7 Zwiesprache. Wir können (und sollen) mit allem, was uns bewegt oder interessiert, zu Gott kommen. Guter Tipp in dem Zusammenhang: Haben Sie immer Ihre Bibel parat. Denn Gott „redet“ zu uns viel über und durch seine Bibel. Immer sofort? Ja, habe ich schon oft erlebt (besonders seitdem meine Beziehung zu Gott immer intensiver wird). Aber sehr oft habe ich es auch gehabt, daß ich von Gott etwas wissen wollte, aber alles, was ich in der Bibel las, hatte überhaupt nichts damit zu tun. Drei Tage später auf einmal: Ja, nun verstehe ich, weil mir beim Lesen in der Bibel plötzlich der Zusammenhang mit dem Problem, mit welchem ich zu Gott gekommen war, klar wurde.

Denken Sie beim Beten auch daran: Gott ist nicht unser Wunschautomat à la ein, zwei Gebete rein und erfüllte Wünsche raus. Gott ist eine Person. Gott lebt. Gott möchte eine breite, ehrliche, fundierte Beziehung mit Ihnen. Arbeiten Sie dran. So wie eine gute Beziehung in einer Ehe Arbeit, Energie und Geduld erfordert, so wie eine Beziehung zu Ihrem besten Freund Arbeit, Energie und Geduld erfordert, so ist es auch mit Ihrer Beziehung zu Gott. Arbeiten Sie dran! Ich kann Ihnen garantieren: Es lohnt sich mehr als Sie sich in Ihren kühnsten Vorstellungen auch nur ansatzweise ausmalen können.