In der Welt müssen wir liefern. Leistung. Frohsinn. Umgänglichkeit. Lebensfreude. Frauen müssen schön sein. Männer müssen sexuelle Leistung bringen. Und in der Kirche müssen wir gute Christen sein.

Aber irgendwann und irgendwie ist dann auch mal ein Punkt, wo wir nicht mehr können. Wo all das Gerenne und Getue nicht mehr greift. Ich kann nicht mehr, sagen wir dann. Und ich will auch nicht mehr. Es ist alles so viel. Ich habe keine Kraft mehr.

Wen mag so jemand noch? Wir mögen uns ja selber kaum noch.

Unsere Tränen wollen kein Ende finden

Und so stehen wir verloren und verirrt in tiefster Dunkelheit und wissen nicht mehr, ob wir vor oder zurück gehen. Unser Lebenslicht ist so schwach geworden, es scheint kaum noch und flackert. Und unsere Tränen sind dabei, es noch ganz auszulöschen.

Wen mag so jemand noch? Wir können uns ja selber kaum noch mögen.

Jesus läßt uns nicht links liegen

Und da ist aber unser Jesus. Wenn einer alles von uns verlangen könnte, dann er, die höchste Majestät im gesamten Universum. Wenn einer sagen könnte: Nun mach mal, reiß dich zusammen, dann er, der alles erschaffen hat und alles zusammenhält. Wenn irgendeiner an uns Schwachen mit erhobenem Haupt vorbeigehen könnte, dann er, der Stärkste und Mächtigste im gesamten Universum. Aber er tut es nicht. Im Gegenteil. Wenn wir auf dem Boden liegen, weil wir uns in all den Lebensfallen verstrickt und verloren haben, getaumelt sind und kraftlos im Dreck liegen, dann ist er es, der ankommt, sich zu uns niederbeugt. Komm her, mein kleiner Mensch, sagt Jesus. Ich bin bei dir. Ich helfe dir. Ich bring dich wieder auf die Beine.

„Er wird das geknickte Rohr nicht brechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen“ (Jesaja 42:3)

Ich kann nicht mehr, sagen wir ihm dann. Dafür bin ich ja da, sagt er. Und er ist für uns da. Immer nur ein Gespräch von uns entfernt.

Ich hab nix, sagen wir dann, was ich dir geben könnte. Dafür habe ich alles, sagt Jesus, und ich gebe dir alles, was du brauchst und was dir hilft und was dir Freude macht. Ich gebe dir alles. Und noch viel mehr. Viel mehr als du dir überhaupt vorstellen kannst.

„Durch die mächtige Kraft, die in uns wirkt, kann Gott unendlich viel mehr tun, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden.“ (Epheser 3:29)

Du wirst wieder lachen. Du wirst wieder stark und mächtig über die Berge aller Probleme springen. Du wirst dich freuen und nicht mehr verstehen, wie du so fertig sein konntest.

Glaubst du mir?, fragt Jesus. Oh ja, sagen wir, wir glauben dir

Wirklich?, fragen wir ihn dann, weil wir es uns nicht vorstellen können, daß es jemals wieder besser werden könnte.
Wirklich, sagt Jesus. Glaubst du mir?
Und wir glauben ihm. Wir glauben ihm in der Dunkelheit. Wir glauben ihm weit draußen auf dem Traurigkeits-Ozean, auf dem wir derzeit hilflos strampelnd unterwegs sind. Wir glauben ihm in der schrecklichen Verzweiflung. Wir glauben ihm in der kalt-düsteren Höhle der Hoffnungslosigkeit, in die wir uns zurückgezogen haben. Wir glauben ihm im Labyrinth der Sünden, aus dem wir keinen Ausweg mehr sehen. Wir glauben ihm. Und Jesus lächelt uns an, wie nur er uns anlächelt, und sagt: Das ist gut. Das ist sehr gut, daß du mir glaubst.

Und immer mehr gehören wir zu denen, die dies sagen: „Sooft den HERRN ich suchte, hat er mich erhört und aus allen meinen Ängsten mich befreit.“ (Psalm 34, Vers 5; Menge Bibel)

Schauen Sie, dies gilt auch für Sie: „Der Herr erhöre dich, wenn du in Not zu ihm rufst, der Name des Gottes Jakobs schütze dich“ (Psalm 20:2 NGÜ)

Ich versetze keine Berge. Ich erwecke keine Toten zum Leben. Ich glaub einfach nur an dich, du gewaltiger Jesus. Mehr mußt du auch nicht. Den Rest erledige ich für dich, sagt unser Jesus. Und wir seufzen tief durch, und es geht uns schon ein wenig besser. Was für ein herrlicher Jesus an unserer Seite, der uns durch jede Not und Bedrängnis sicher führt.

Soll ich, fragt Jesus?

„Herr, wende unser Schicksal auch jetzt wieder zum Guten; so wie Bäche die Wüste neu beleben. Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Weinend gehen sie hinaus und streuen ihre Samen, jubelnd kehren sie zurück, wenn sie die Ernte einholen.“ (Psalm 126, Verse 4-6)
Ja, sagen wir, mach das so. Laß wieder Bäche der Freude in mein Leben fließen. Laß mich voller Freude all das Schöne genießen, das du mir schenkst. Mach, daß sich alles, alles, alles wieder zum Guten für mich wendet.
Soll ich?, fragt Jesus uns lächelnd.
Ja mach, sagen wir.
Ok, wird gemacht, sagt Jesus.
Und wir wissen, nichts und niemand kann uns jemals wieder schaden. Wir haben unseren Jesus. Und er schaut uns an. Und wir schauen ihn an. Und alle lächeln. Was für ein herrlicher Gott du bist!

Additamentum

Und in 853.512 Jahren (was noch nicht einmal eine Sekunde in der Ewigkeit für uns ist) stehen wir an irgendeinem Meeresstrand, den sanften Wind in unseren Haaren und auf unserer Haut, und weit auf das herrlich glitzernd blaue Meer hinausschauend, sagen wir zu Jesus neben uns: Meine Güte, was bin ich dir dankbar mein Jesus. Ich liebe dich so sehr. Und Jesus sagt: Ich liebe dich auch so sehr. Und was hast du heute noch vor?, fragt Jesus. Och, sagen wir, ich werde noch…
KTNJ-Stammleser werden jetzt an dieser Stelle erwarten, daß Gott mich zum Feldhandball-Spiel einlädt. Nun, es wird ja nicht ständig Feldhandball gespielt.

Moment, Jürgensen, Wind in den Haaren? Ich habe in der Ewigkeit wieder Haare?
Ja das weiß ich nicht so genau. Wenn nicht, dann trösten Sie sich mit dieser Gewißheit: Gott hat nur wenige wirklich hübsche Köpfe erschaffen. Den anderen gab er Haare…