Es gibt viele Gründe und Situationen, in denen wir auf allen Vieren unterwegs sein können. In meinen ungut wilden Jahren bin ich oft genug nur so aus dem Rum-Ozean wieder ans rettende Land gekommen.

Verängstigte Untergebene krochen auf allen Vieren vor ihrem despotischen König.

Kein Jesus-Gläubiger hat es nötig, auf allen Vieren zu Gott zu kriechen

Aber zu Gott, zu Gott muß kein Jesus-Gläubiger auf allen Vieren kriechen. Kein Schuldgefühl muß uns niederdrücken. Kein schlechtes Gewissen muß uns in panische Angst vor unserem himmlischen Vater versetzen, denn durch Jesus ist uns jegliche Schuld vergeben.

Gottes „Gnade ist so groß, dass er unsere Freiheit mit dem Blut seines Sohnes erkauft hat, sodass uns unsere Sünden vergeben sind.” (Epheser Kapitel 1, Vers 7)

Das heißt ja nicht, daß Sünden in Ordnung seien (Sünden sind nicht in Ordnung; Sünden tun uns und anderen weh), sondern das heißt, daß Gott an uns keine Sünde mehr bestraft, weil alle Sünden ein für allemal vor rund 2.000 Jahren an Jesus abgestraft wurden.

Auch wenn wir sündigen, führt das nicht dazu, daß Gott uns deshalb bestraft. Denn die Strafe für all unsere Sünden hat Jesus auf sich genommen (Epheser 1:7). Unser Schuldschein bei Gott ist zerrissen, von Jesus ans Kreuz, an dem er für unsere Sünden starb, geheftet (Kolosser 2:13–14). Gott sieht unsere Sünden nicht mehr (Hebräer 8:12).

Keine Anklage mehr, keine Strafe mehr

Anders ausgedrückt: Wir sind nach der Annahme von Jesus als unseren Retter, keine Sünder mehr, denen noch vergeben werden muß, sondern wir sind dank Jesus Heilige (Kolosser 1:22), die leider ab und an noch sündigen. Uns als Jesus-Gläubige trifft keine Anklage und keine Strafe mehr: „So gibt es also jetzt keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind; denn das Gesetz des Lebensgeistes in Christus Jesus hat uns von dem Gesetz der Sünde und des Todes freigemacht.“ (Römer Kapitel 8, Verse 1-2; Menge Bibel, 1939).

Was heißt das alles?

Wenn Sie, obwohl Sie leider gesündigt haben (was wir alle – leider – immer wieder mal tun), von Gott keine Anklage und keine Strafe bekommen (weil Jesus schon Ihre Strafe getragen hat), dann ist keinerlei Anlaß mehr für Angst und Furcht vor Gott. Erahnen Sie, wieso „Evangelium“ die Frohe Botschaft heißt? Sind Sie froh und dankbar über das, was Jesus für Sie getan hat? Sind Sie froh und dankbar, daß Ihr Gott Sie derart dolle liebt? Schauen Sie voll dankbarer Freude auf Gott und Jesus? Oder schauen Sie egoistisch Ich-verliebt auf sich und Ihre Sünden?

Bleiben Sie auf der Hut, so daß Sie keinerlei Angst und Furcht vor Gott aufkommen lassen. Machen Sie sich immer wieder Ihre Identität als vollständig mit Gott versöhnte Tochter oder Sohn bewußt.

„Durch Christus und unseren Glauben an ihn können wir nun ohne Furcht und voller Zuversicht zu Gott kommen.“ (Epheser Kapitel 3, Vers 12; Neues Leben Bibelübersetzung) • Oder wie es in anderer Bibelübersetzung heißt: „Durch ihn haben wir alle, die wir an ihn glauben, freien Zutritt zu Gott und dürfen zuversichtlich und vertrauensvoll zu ihm kommen.“ (Epheser 3:12; Neue Genfer Übersetzung)

Ihre Sünden stehen nicht mehr zwischen Ihnen und Gott. Jesus hat alles Hinderliche aus dem Weg geräumt

Sie gehen nach einer Sünde in Ihrem Gespräch mit Gott dankend zu ihm, daß er Ihnen auch diese Sünde vergeben hat. Es ist kein Platz in Ihrer persönlichen Beziehung zu Gott für Angst und Furcht, sondern Sie gehen voller Zuversicht zu Ihrem himmlischen Vater, weil Sie biblisch basiert wissen, daß keine Ihrer Sünden sich mehr störend zwischen Gott und Ihnen stellen kann.

„Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, weil die Furcht es mit Strafe zu tun hat; wer also Furcht empfindet, der ist in der Liebe noch nicht zur Vollendung gelangt.“ (1. Johannes 4:18)

Und Sie bitten voller Zuversicht um seine stärkende Hilfe und Führung, damit Sie immer weniger sündigen. Kraft, damit Sie weniger sündigen, finden Sie nur bei Gott. Und Gott gibt gerne und reichlich. Kraft, um weniger zu sündigen, finden Sie nicht in Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen und Ihrer Willenskraft. Bei Gott ist alle hilfreiche Kraft, die Sie benötigen. Lassen Sie sich diese herrlich befreiende Quelle nicht durch Angst und Schuldgefühle verbauen.

Keine Angst mehr vor Strafe

Die Bibel sagt Ihnen dies: „So wollen wir denn mit freudiger Zuversicht zum Thron der Gnade hinzutreten, um Barmherzigkeit zu empfangen und Gnade zu finden zu rechtzeitiger Hilfe (d.h. so daß wir Hilfe zu rechter Zeit finden).“ (Hebräer Kapitel 4, Vers 16; Menge Bibel, 1939)

Sie gehen nicht zu einem Gerichtstermin, sondern Sie gehen zum „Thron der Gnade“, wo Ihnen seit Jesus alles vergeben ist. Sie kriechen nicht auf allen Vieren voller Angst zu Gott, weil Sie Strafe von ihm bekämen, sondern Sie gehen „mit freudiger Zuversicht“ zu Gott, wissend, daß er Ihnen in seiner für uns kaum faßbaren Gnade hilft.